CI4-Akteur Dirk Pinnow: Ziele definieren und Prioritäten setzen

Grundlegende Sicherheitsaspekte der betrieblichen Transformation zur Industrie 4.0

[CI4, 22.08.2019] Seit Jahren werden Entscheider in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit einer Flut nebulöser Begriffen geflutet, wie z.B. „Big Data“, „Cloud“, „Digitalisierung“, „Industrie 4.0“, „Internet der Dinge und Dienste“, „Künstliche Intelligenz“ usw. usf. Den KMU-Geschäftsführern wird als Teil von unternehmensübergreifenden Wertschöpfungsketten heute immer deutlicher, dass sie auf Dauer nicht abseits stehen können und zeitnahes Handeln geboten ist, um nicht abgehängt zu werden und entkoppelt vom Fortschritt im Gestern zurückzubleiben. Akteure des Clusters Industrie 4.0 (CI4) gehen in einer Reihe von Impulsen in einem persönlichen Beitrag auf Aspekte der sogenannten Digitalen Transformation und ihre Risiken wie Erfolgsfaktoren und Chancen ein. Den Anfang macht CI4-Gründungspartner Dirk Pinnow mit einem Impuls zu Fragen betrieblicher Zielsysteme im Kontext der Wechselwirkung von Mensch, Organisation und Technik sowie Sicherheitsfragen.

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Foto: Robert M. Pinnow

Dipl.-Ing. Dirk C. Pinnow: Mittelstands-Transformation auf Basis von Kultur und Sicherheit

Auch im KMU 4.0 Herr im eigenen Haus bleiben

Oftmals ist die Einführung neuer Technologien und Managementmethoden offensichtlich mit der Fokussierung auf einen Hype verbunden – wer im Laufe seines Unternehmerlebens schon viele Modebegriffe kommen und auch wieder verschwinden sah, könnte daher mit Recht fragen, ob nicht auch die „Industrie 4.0“ nur ein solcher phrasenbasierter Hype ist. Vielleicht kommt dabei der Spruch „Neuer Wein in alten Schläuchen“ in den Sinn… In der Tat erschien Industrie 4.0 noch vor wenigen Jahren eher eine akademische Liebhaberei zu sein – inzwischen ist sie jedoch durch das Zusammenwirken von Wissenschaft, Wirtschaft und selbst Politik schwungvoll in Gang gekommen und wird sich rasant weiterentwickeln.

Für den Mittelständler stellt sich also gar nicht mehr die Frage des „Ob“, sondern nur noch: „Wann?“, „Wie?“ und „Wer?“ sowie zunächst des „Warum?“ hinsichtlich der Anpassung des betrieblichen Zielsystems.

Ein ängstliches Abwarten, ein Zaudern, könnte zu einem Aufschieben von wichtigen und zunehmend auch dringenden unternehmerischen Entscheidungen führen. Kein Unternehmen, auch kein KMU, kann in die Vergangenheit „zu alter Wirtschaftswunder-Herrlichkeit“ zurückkehren. Denn auch selbst wer international nicht tätig ist, steht heute in globalen Wirkungsbezügen – die Technik schreitet voran, die Erwartungen der Geschäftspartner sowie Kunden steigen und Rechtsprechung wie auch Standardsetzung ändern sich.

Hat sich ein KMU bisher eher zurückgehalten wird mit der Digitalen Transformation konfrontiert, steckt es im Prinzip in einer Krisenphase, d.h. die Inhaber bzw. Geschäftsführer sind zu Aktivität und Entscheidungen aufgerufen, um auch noch in Zukunft „das Steuer in der Hand zu behalten“ und erfolgreich zu sein.

Allumfassende betriebliche Transformation: Methodisch und Sicherheit gefragt

Als bildhaftes Beispiel bietet sich ein kleines Schiff in einem aufkommenden Sturm an: Nun könnte der Kapitän den Befehl geben, mit aller Kraft zu versuchen, das Sturmgebiet zu verlassen bzw. zu umgehen, oder aber stattdessen auf kleine Fahrt zu gehen, im Prinzip auf eine sogenannte Rückfallebene, um dort Kräfte und weitere Informationen zu sammeln und dann gezielt im richtigen Moment zu handeln. Indes setzt zielorientiertes Handeln voraus, persönliche und betriebliche Ziele möglichst konkret vorab definiert zu haben. Dem US-amerikanischen Schriftsteller Mark Twain (1835–1910) wird folgender Ausspruch zugerechnet: „Nachdem wir das Ziel endgültig aus den Augen verloren hatten, verdoppelten wir unsere Anstrengungen.“ Dieser mag hier als Warnung gelten.

Im Spannungsfeld der Digitalen Transformation müssen daher mehr als bereits zuvor die Prioritäten richtig gesetzt werden: Definition eines betrieblichen Zielsystems und dann vor allem um den „Faktor Mensch“ (Gesellschafter, Belegschaft, Geschäftspartner, Kunden, Öffentlichkeit) kümmern, anschließend um die ORGA-Aspekte und schließlich, gewissermaßen als krönender Abschluss um die Technik (im Sinne der Akquise und Einführung). Ein grundlegendes Verständnis für die neuen Technologien ist indes bereits vorab nötig, denn diese wechselwirken mit Menschen und Organisationen.

Wenn das verstanden wird, besteht Klarheit darüber, dass die Digitale Transformation mitnichten nur eine technische, sondern auch eine kulturelle und organisatorische Herausforderung ist. Den eigenen Betrieb fit für die Industrie 4.0 zu machen, um auch noch in Zukunft erfolgreich am Markt bestehen zu können, muss alle mitnehmen: Allein sogenannte Cyberphysische Systeme zu erwerben und zu vernetzen, dann aber alles Andere zu belassen wie zuvor, wäre fatal. Die CI4-Akteure sind angetreten, vor allem dem deutschen Mittelstand zu helfen, bei der allumfassenden Transformation methodisch und möglichst sicher vorzugehen – hierzu bieten sie Schulung, Beratung und Projektbegleitung an.

Spezialseminare für Entscheider mittelständischer Betriebe ab Herbst 2019

Für KMU-Entscheider sollte schon klar sein, dass diese Digitale Transformation Ressourcen verzehren wird sowie Risiken birgt, aber ein kalkulierbarer, erfolgreicher Abschluss unter Umständen noch nicht sofort fassbar ist. Werfen wir mal einen Blick zurück in die 1970er-Jahre: Wurde nicht bereits bei der sogenannten 3. Industriellen Revolution davor gewarnt, dass die Elektronisierung der Produktion in gewachsenen Strukturen eher zu einer teuren „Verschlimmbesserung“ anstatt zur betrieblichen Optimierung (d.h. einem erhofften Zuwachs an Effizienz und Effektivität sowie Sicherung der Zukunftsfähigkeit) führen würde?“

Wer KMU-Führungsverantwortung trägt, muss aber gezielt handeln oder sich bewusst zurückhalten sowie dann auch alle daraus resultierenden Folgen tragen. Ein bloßes Aussitzen und passives Abwarten kann niemals die Lösung sein: Sonst wären Sie ja Unterlasser und keine Unternehmer – Sie würden sich treiben lassen und Fremdbestimmung ausgesetzt sein.

Das CI4 bietet für Inhaber, Geschäftsführer und Bereichsverantwortliche aus mittelständischen Betrieben (KMU und Non-Profit-Organisationen), die auch in Zukunft ihr Wertschöpfungs- bzw. Wirkungspotenzial erfolgreich entfalten möchten, über sein Expertennetzwerk ab dem Herbst 2019 regelmäßig Spezialseminare an verschiedenen Standorten in Deutschland mit den Schwerpunkten „Organisierte Sicherheit“, „Digitalisierung und Vernetzung“ sowie „Sichere Transformation Ihres Unternehmens“ an. Diese werden eingerahmt von einem Vorabend-Workshop und einem Beratungstag mit individuellen Abschlussgesprächen.

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